THE GLOBAL VILLAGE

Berlin-Mitte am Nachmittag, am Alexanderplatz wimmelt es. Unter­irdisch eilen Menschen zu den Zügen. Der Verkehr sirrt vielspurig um den gigantischen Platz. Unweit, rund um den
 Hackeschen Markt, buhlen Cafés, Szenerestaurants und Designershops um Aufmerksamkeit. Auch am Potsdamer Platz herrscht großstädtisch-geschäftiges Treiben. Nur vier Stationen entfernt liegt das Märkische Ufer – Geheimtipp für jene, die Touristenströmen und Hektik entfliehen wollen. Ausgang: Inselstraße. Der Name hält, was er verspricht. Hier ist es grün, ruhig, fast menschenleer.

Ein paar Meter die Straße entlang liegt der Köllnische Park. Jetzt weicht das metro­pole
 Gefühl einem irgendwie dörflich-entspannten, entschleunig­ten. Ein Gärtner harkt die Beete vor dem Back­stein­bau des Märkischen Museums und in einem kleinen Café gibt man sich der Latte-macchiato-Beschaulichkeit hin.

Vor einem gläsernen Neubau am Rande des Platzes halten zwei schwarze Limousinen. Männer in Anzügen eilen in die brasilianische Botschaft. Ins sogenannte kleine Botschaftsviertel haben die Diplomaten Internationalität gebracht, auf der fast vergessenen Insel mitten in der Stadt heißen Restaurants jetzt Deli Deluxe oder Bagel Company. Edelstädtisch ist es geworden. Trotzdem dörflich. Eben ein echtes
Global Village.