YESTERMORROW

Einen Neubau als Kontrapunkt zum beeindruckenden Altbaubestand zu setzen und dabei auch im denkmalgeschützten Altbau Wohnkonzepte zu entwickeln, die sich am heutigen Bedarf orientieren – das war die Herausforderung an die renommierten Architekten Axthelm und Rolvien aus Potsdam.

Sie haben das Gebäude unter Berücksichtigung seiner ganz eigenen Identität und Konstruktionsmerkmale sensibel transformiert und Wohnräume geschaffen, die den heutigen Anforderungen gerecht werden. Die vier neuen Einzelgebäude treten in einen Dialog mit dem Altbaubestand.

In ihrer Planungsarbeit konnten sie mit dem kraftvollen Ausdruck des Backsteinexpressionismus der 1930er Jahre spielen, der den vom Berliner Architekten Albert Gottheiner erbauten Hauptbau sowie die drei senkrecht dazu stehenden Flügel charakterisiert. Die verblüffend vielfältige Ornamentik, die skulpturenartige Gestaltung, horizontale und vertikale Kanten und Pfeilerfronten steigerte der Berliner Architekt zu einer beeindruckenden Monumentalität, die von der Seite betrachtet wie ein Mustervorhang erscheint.

In der modernen Architektursprache von Axthelm und Rolvien spiegeln die alten sowie die vier neuen Gebäude den Geist und die Vision der Stadt Berlin von heute wider. Zudem erlaubt die städtebauliche Anordnung der neuen Baukörper eine Abfolge kleinerer Stadtplätze, die die Qualitäten der Umgebung, wie Grün und Wasser, bewusst aufgreifen – für Wohnhöfe von hoher Qualität.

„Berlin verändert sich permanent, man muss sehr wachsam sein, um alles mitzukriegen. Die Stadt ist rastlos, immer wieder entsteht Neues. So wie jetzt in der Rungestraße. Vom Verwaltungsgebäude zum Wohnensemble – das ist eine große Transformation und eine echte architektonische Herausforderung. Das Gebäude ist in einer Zeit entstanden, als das metropole Lebensgefühl in seiner Hoch-Zeit war, und dieses Gefühl wieder zurückzuholen, war für uns ein wesentliches Gestaltungsmerkmal. Die alten und neuen Gebäude werden den Geist und die Vision der Stadt Berlin von heute widerspiegeln. Wir haben ein Konzept entwickelt, das heutigen Ansprüchen begegnet. Der geplante Neubau wird als Kontrapunkt zum beeindruckenden Altbaubestand gesetzt. Im Rahmen dieser Arbeiten fanden wir heraus, dass dieses Gebäude etwas bietet, was nur noch ganz wenige Objekte in Berlin aufweisen können: Raum, um tatsächliche Lofts herstellen zu können.“

Henner Rolvien, Architekt
Architekturbüro Axthelm Rolvien, Potsdam